Einleitung


Die auf der Startseite erwähnten Begriffe werden in der Schachliteratur meist intuitiv benutzt, und können daher je nach Interpretation zu einander widersprechenden Aussagen führen.


Ach versucht, diese Widersprüche zu vermeiden. Er verwendet Begriffe, die berücksichtigen, dass jede von einer Seite aus betrachtete Position nur genau einen der drei Werte 1 (+), 0.5 (=) oder 0 (-) haben kann. Danach ist die Seite im Vorteil resp. im Nachteil, die den größeren resp. kleineren dieser drei Werte hat. Einen anderen Vorteil resp. Nachteil gibt es nur im Reich der Phantasie.


Fehlererkennung


Mit seiner Lupe betrachtet Ach nun jede Position immer von zwei Seiten. So wie es jeder Schachspieler macht, wenn er darüber nachdenkt, welchen Zug er wählen soll: Was ziehe ich, und was droht mein Gegner? Welche Möglichkeiten habe ich, und welche Möglichkeiten hat mein Gegner?


Statt mit vielen Worten geht das auch mit wenigen Zeichen, z. B.: (+/-) heißt, dass eine so bezeichnete Position eine vom Zugrecht unabhängige Gewinnposition für Weiß ist. Auch Positionen der Art (-/+) und (=/=) sind vom Zugrecht unabhängig. Bei allen anderen Positionstypen muss das Zugrecht berücksichtigt werden. Dazu führt Ach noch die eckigen Klammern ] und [ ein, um zu sagen, dass die Seite mit der eckigen Klammer gerade gezogen hat, die andere Seite also am Zug ist: Eine (+/=]-Position ist demnach eine Position, in der Weiß am Zug auf Gewinn steht, und Schwarz ein Unentschieden erzielen könnte, wäre er am Zug. Leider ist er es nicht.


Diese Symbolik ist etwas gewöhnungsbedürftig, wird aber in der Schachliteratur (bis auf die hier eingeführten eckigen Klammern) genau so verwendet. Ach hofft, dass diese Symbole nach einer gewissen Gewöhnungszeit zu einem Ach-so- oder Aha-Erlebnis führen werden!

Lupenreine Definitionen


Grundsätzlich ist jeder Zug (genauer: Jeder Halbzug oder Zug einer Seite) entweder ein Gewinn-, ein Remis- oder ein Verlustzug. Es gibt auch andere Namen für Züge. Meist sehr schillernde. Wer sie benutzt, der darf nicht vergessen, dass dahinter immer die "körnige" Struktur des Schachspiels steht - auch wenn sie in den meisten der praktisch relevanten Fälle nicht erkannt wird:



Wer diesen Umstand nicht berücksichtigt, gerät leicht ins Fabulieren.


Wenn es in einer Position für eine Seite neben (mindesten) einem Gewinnzug auch einen Remis- oder einen Verlustzug gibt, dann ist - klar - die Ausführung eines Nicht-Gewinnzuges ein Fehler. Ähnliches gilt für Positionen ohne Gewinnzüge, jedoch mit Remis- und Verlustzügen. In solchen Positionen ist die Ausführung nicht-eines Remiszuges ein Fehler. Andere Fehler gibt es nicht!


Führt eine Seite - nur in Gedanken erlaubt - zwei Züge hintereinander aus, heißt der zweite Zug - oh Schreck - Nullzug. Das ist keine Erfindung Achs. Einen Menupunkt gleichen Namens gibt es auch im Menu bekannter Datenbankprogramme. Ach empfiehlt, diesen Menupunkt einfach mal zu nutzen.


Falls ein Nullzug ein Gewinnzug ist, heißt der dem Nullzug vorangehende Zug Drohung. Das ist jedenfalls kürzer als das Wortungetüm Nullzug-Gewinnzug. Wer mehrere Drohungen in aufeinanderfolgenden Zügen hat, besitzt die Initiative.


Ach hält - neben der grundsätzlichen Spielidee, für seine Steine geeignete Felder zu finden, um den gegnerischen König Matt zu setzen - das Erkennen, Stellen und Verhindern (Prophylaxe) von Fallen für das A und O des Schachspiels.

Ein Zug heißt Falle, wenn er für die Gegenseite zu einer Position mit nur einem (möglichst schwer zu findenden) werterhaltenden Zug (einziger Zug) führt. Den muss es ja mindestens geben. Weniger präzise: Wenige werterhaltende, schwer zu findende Antwortzüge. Wird dieser Zug - oder einer der wenigen den Wert einer Stellung nicht verändernden Züge - vom Gegner nicht gefunden, schnappt die Falle zu.

Klassifikation der Positionen


Unter Berücksichtigung des Zugrechts lässt sich die Menge aller Schachpositionen in 15 verschiedene Positionsarten unterteilen. 9 davon tragen besondere Namen:

  1. Wer zieht gewinnt: (+/+) oder Nullzugposition.
  2. Weiß ist im Vorteil, d. h. er steht auf Gewinn: (+/=] oder Nullzugposition mit weißem Vorteil.
  3. Schwarz ist im Vorteil, d. h. er steht auf Gewinn: [=/+) oder Nullzugposition mit schwarzem Vorteil.
  4. Weiß hat eine Gewinnstellung: (+/–)
  5. Wer zieht hält Remis : (=/=) oder Remisposition
  6. Schwarz hat eine Gewinnstellung: (–/+)
  7. Schwarz ist im Zugzwang und steht auf Verlust: [=/–) oder Zugzwangposition mit einseitigem Zugzwang von Schwarz.
  8. Weiß ist im Zugzwang und steht auf Verlust: (–/=] oder Zugzwangposition mit einseitigem Zugzwang von Weiß.
  9. Wer zieht verliert: (–/–) oder Trebuchet-, full-point-, reziproke oder beidseitige Zugzwangposition.

Die letzten drei Begriffe sind besonders sperrig und sorgen häufig für Verwirrung. Es scheint aber - ach wie traurig - kein Aufklärungsinteresse zu bestehen (Ach bleibt aber trotz seines eher pessimistisch klingenden Namens ein Optimist!).


In den Beispielen auf den Beispielseiten wird der folgende Farbcode zur Darstellung dieser 9 grundlegenden Positionstypen verwendet:


Farbcode


Farbcodes zur Darstellung der Positionstypen ohne Berücksichtigung des Zugrechts


In den Fällen, wo das Zugrecht durch ein weißes oder schwarzes Quadrat rechts neben dem Schachbrett angezeigt wird, spielen nur drei Farben eine Rolle: Grün für Gewinn oder +, Gelb für Remis oder =, und Rot für Verlust oder -.